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Themenserie
Friedrich Weller, seit August 2010 Ehrenamtsreferent im Fußballbezirk Unterfranken und zuvor vier Jahre Vorsitzender des Bezirkssportgerichts, weiß um die Bedeutung der ehrenamtlichen Vereinsarbeit. Durchschnittlich 23 Stunden im Monat leistet ein Mitglied in einem Fußballverein. Wie die Clubs ihre Mitglieder an sich binden können und warum gerade Fußballvereine in Zukunft gefordert sind, erläutert Weller im Interview. Mit diesem Beitrag endet unsere Themenserie "Die stillen Stars" im Verein.
Hans Kilian, 1. Vorsitzender beim TSV Geiselwind
Es sind Geschichten, wie sie das Leben schreibt. Hans Kilian hatte als 15-Jähriger keinen größeren Wunsch als Fußball zu spielen. Weil die Eltern Angst vor der Verletzung ihres Filius hatten, verboten sie ihm den Sport. Weil aber Ende der 60er Jahre Personalnot in der A-Jugend des TSV Geiselwind herrschte, legte der Pfarrer, zugleich 2. Vorsitzender des Vereins, ein gutes Wort bei den Eltern ein. „Das war göttlicher Beistand“, erzählt der heute 58-Jährige und lacht. „So ging mein Wunsch in Erfüllung!“. Ob er ohne höhere Macht jemals zum Fußball gekommen und später Vorsitzender des TSV Geiselwind geworden wäre?
Renate Schröter, Trikotwäscherin beim TSV Prichsenstadt
Wie bei anderen Vereinen wird auch beim TSV Prichsenstadt regelmäßig schmutzige Wäsche gewaschen. Dabei handelt es sich aber nicht - wie im Volksmund gemeint - etwa um Streitigkeiten in der Führungsetage oder zwischen Spielern untereinander, sondern um die Trikots der Fußballmannschaft. Dafür ist beim TSV Prichsenstadt seit über 20 Jahren Renate Schröter zuständig, die bislang jedes Hemd wieder zum Strahlen brachte.
Walter Wiegand, 1. Vorsitzender beim SV Herlheim
Es war das Jahr 1980, als in Herlheim jemand gesucht wurde, der sich ehrenamtlich im Verein engagiert. Der damals noch selbst aktive Fußballer Walter Wiegand erklärte sich bereit und übernahm das Aufgabengebiet des 3. Vorsitzenden. Nach einer Eingewöhnungszeit von nur zwei Jahren wurde er an die Spitze des Herlheimer Sportvereins beordert - einen Posten, den er nun schon sage und schreibe über 28 Jahre innehat.
Franz Rothenbucher, seit 1958 Mitglied bei der SG Hettstadt
Franz Rothenbucher ist ein echtes „Original“. Schon als 17-Jähriger verfasste er freiwillig Aufsätze über das Vereinsgeschehen bei der SG Hettstadt. „Irgendwann haben sie mich zum Schriftführer vorgeschlagen“, erinnert der sich heute 67-Jährige, den sie im Verein liebevoll „den Franz“ nennen. Seit 1958 hält er dem Club die Treue, seit 50 Jahren betreut er die 1. Mannschaft. Was ist das für ein Mann, der fast sein ganzes Leben lang der SG Hettstadt im wahrsten Sinne des Wortes dient?
Uwe Eberlein, 2.Vorsitzender beim SV Altenschönbach
Beim SV Altenschönbach gibt es wohl nur wenige Dinge, die nicht über den Schreibtisch von Uwe Eberlein laufen. Der 41-Jährige ist seit 1995 in der Vorstandschaft und bekleidet derzeit das Amt des 2. Vorsitzenden. Dazu trainiert er die U9 und kümmert sich um viele organisatorische Dinge, an denen eine ganze Menge Arbeit hängt. Woher er seine Motivation nimmt und wie seine „Arbeitswoche“ für den Verein aussieht, verrät Eberlein im Gespräch mit KICK-TICKER.de.
Stephan Vierheilig, Betreuer der DJK Schwemmelsbach
Der sportliche Erfolg der Schwemmelsbacher lässt in dieser Runde bislang zu wünschen übrig, aber Stephan Vierheilig gibt weiter Vollgas. Der 23-Jährige ist Betreuer der 1. Mannschaft in der Kreisklasse 1 SW. Das Betreuen ist bei ihm keine leere Worthülse – er lebt diese Tätigkeit. Nicht nur sonntags können sich seine Fußballer auf ihn verlassen.
Gudrun Hirsch, Beisitzerin bei der SpVgg. Gülchsheim
Vor etwa 15 Jahren war die 46-Jährige Bürokauffrau davon überzeugt: Auf dem Fußballplatz ein Spiel anschauen – das macht sie nicht! Heute lacht sie über solche Aussagen. Gudrun Hirsch ist nämlich eine der „Edel-Helferinnen“ bei der SpVgg. Gülchsheim. Sie ist stellvertretende Jugendleiterin und Beisitzerin im Vorstand und die „Chefin“ in der Küche. Wenn der Ort seine Kirchweih feiert, ist nicht nur der Saal im Sportheim voll, der übrigens der einzige Gastronomiebetrieb in der 240-Seelen-Gemeinde ist. Bis zu 45 ehrenamtliche Helferinnen hat sie dann in der Küche und beim Bedienen an ihrer Seite.
Wilhelm Söder als Stadionsprecher
Wilhelm Söder ist 60 Jahre alt und seit 1966 Mitglied beim Verein aus der Rhön. Einst selbst aktiver Fußballer und Trainer, ist er seit 1972 Schriftführer der DJK Waldberg. Ab 1983 leitete er phasenweise die Fußballabteilung, zuletzt von 1993 bis 2001. Damit nicht genug. Seit 1987 ist er auch Stadionsprecher. Angesichts des hohen zeitlichen Aufwands und seiner jahrelangen Tätigkeit gehört er quasi zum „Inventar“ des Vereins. Warum machen Sie das alles, Herr Söder?
Niklas Müller, Betreuer der 1. Mannschaft von Bayern Kitzingen
Niklas Müller ist 18 Jahre alt. Seit seiner Geburt hat er ein Handicap. Sein Körper ist nicht so groß gewachsen wie bei gleichaltrigen Jugendlichen. Das aber hielt den Schüler nicht davon ab, im Alter von sieben Jahren das Fußballspielen zu lernen. Seit Anfang dieses Jahres trägt er sozusagen den „Blaumann“. Als Betreuer der Landesligamannschaft von Bayern Kitzingen ist er „Mädchen für alles“ – und findet an seinem Job sehr viel Gefallen.
Johannes Ott, Vereinsmitglied des SV Nenzenheim
Johannes Ott liebt den Fußball und das Vereinsleben. Der 50-Jährige aus Dornheim ist seit 1973 Mitglied beim SV Nenzenheim und führt gleich mehrere ehrenamtliche Tätigkeiten aus. Ott ist Platzwart, Kassier in Nenzenheim und bei der SG Seinsheim-Nenzenheim. Und er ist so etwas wie der Hausmeister im Sportheim. Bis Juli dieses Jahres trainierte er zwei Jugendteams – alles ehrenamtlich versteht sich. Doch was motiviert ihn so sehr, dass er in manchen Wochen bis zu 15 Stunden auf dem Sportgelände verbringt?
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